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Wer in einer unbekannten Stadt nicht an typischen Touristenzielen landen will, braucht Intuition, Glück – oder einen ortskundigen Führer. Aloqa möchte für seine Nutzer gerne letzteres sein und sie mit Insiderinformationen zu Orten in ganz Deutschland versorgen. Im Test überzeugt die App mit einer thematisch breit angelegten Informationsvielfalt, kassiert aber wegen unvollständiger und zum Teil veralteter Datenbanken Abzüge in der B-Note.
Funktionsumfang
Ihr Motto „Always Be A Local“ haben die Aloqa-Entwickler ziemlich wörtlich genommen. Offenbar wurde viel Zeit investiert, um wirklich jeden wissenswerten Fitzel über eine Stadt zusammenzutragen und in die Aloqa-App aufzunehmen. Kooperationen mit Diensten wie Last FM, Qype, Wikipedia oder Nachtagenten erledigen den Rest, falls Aloqa selbst nicht mehr weiter weiß.
Nach dem Start ermittelt die App zunächst den Standort und führt den Nutzer dann zum ortsspezifischen Local Wall, einer Art virtueller Pinnwand, auf der sich die User mit Empfehlungen, Kommentaren oder Bewertungen verewigen können. Besonders viel los ist dort bislang allerdings nicht – weder in Köln noch in München. Wer trotzdem einen Eintrag hinterlassen möchte, muss über einen Aloqa- oder Facebook-Account verfügen.
Ausgehführer und Alltagshilfe
Weit mehr als die Local Wall überzeugt die Channel-Ansicht der App. Zu ihr gelangt man über die eingegraute Schaltfläche im oberen Displaybereich. Aber auch per Fingerwisch ist der Wechsel zwischen den beiden Fenstern möglich. Jeder Kanal widmet sich einem bestimmten Interessensgebiet, innerhalb dessen er über kommende Veranstaltungen oder nahe gelegene Anlaufpunkte oder interessante Locations informiert.
Die thematische Bandbreite schwankt dabei zwischen Ausgehführern und Alltagshilfen. So gibt es Kanäle zu Konzerten, Bars, Restaurants oder Theater, aber eben auch zu günstigen Angeboten, Events für Kinder, Ärzten, Immobilien, Sport, Geldautomaten oder Tankstellen – wohlgemerkt: für jede Stadt des Landes. Komisch: Einen Kino-Channel spart die App aus.
Die Kanäle werden von mit Symbolen versehenen Schaltflächen repräsentiert. Kleine Nummern zeigen die Anzahl gespeicherter Termine und Örtlichkeiten an. Die Anwahl eines Kanals erfolgt dann per Tap. Die Channels kann der Nutzer seinen individuellen Interessen entsprechend zusammenstellen und nach Belieben abonnieren oder löschen. Lässt man den Finger einen Moment auf einer Schaltfläche ruhen, erscheint am unteren Bildschirmrand eine Mülltonne, in der das Symbol einfach abgelegt wird.
Wirklich praktisch ist die Möglichkeit, jedem Kanal ein eigenes Signal zuzuordnen. Auf diese Weise kann sich der User über Neuigkeiten bestimmter Channels, die für ihn besonders von Belang sind, gesondert informieren lassen. Ortet die App dann zum Beispiel über GPS, dass innerhalb des Qype-Kneipenkanals eine in den Datenbanken verzeichnete Bar in der Nähe ist, weist sie darauf wahlweise per Vibration oder akustischem Alarm hin.
Standardmäßig sind folgende Kanäle voreingestellt:
• Angesagt
• Reservieren
• Angebote
• Nachtagenten
• Konzerte
• Bringdienste
• Bars
• Travel Secrets
• Geldautomaten
• Fashion
• Call A Bike
• Wetter
• Aloqa
Restaurants mit Fotos
Dabei wartet die Aloqa-App mit nicht eben wenigen Extra-Features auf. Gaststätten führt sie zum Beispiel in einer Liste mit Bild auf. Eine Detailansicht liefert Adresse, Öffnungszeiten, Stil, Durchschnittspreis, weitere Bilder und die Möglichkeit zur Reservierung, Google Maps den genauen Standort. Links können über einen App-internen Browser betrachtet werden.
Leider erwiesen sich viele Infos während des Tests als zum Teil unvollständig und veraltet. Falsche Adressen fanden sich bei Stichproben ebenso wie längst geschlossene Bars. Doch Fair Play muss sein: Aloqa liefert nur die Technik, für die schlechten Datenbanken der Content-Lieferanten können die Entwickler selbstverständlich nichts.
Definitiv nett sind Gimmicks wie die Verknüpfung zum Geocaching-Portal opencoaching.de oder der Badeseen-Channel. Außerdem bietet Aloqa seinen Service nicht nur für Deutschland, sondern auch für Großbritannien, Österreich, Kanada und die USA an. Die allgemeinen Roamingkosten degradieren letzteres wohl aber bis auf weiteres zur Randinformation.
Bedienbarkeit
Aloqa bestätigt das Gesetz: Je übersichtlicher eine App aufgebaut ist, desto intuitiver lassen sich ihre Funktionen erkunden. Nach kurzem Ausprobieren sind Navigation und Funktionen jedenfalls kein Problem mehr.
Fazit
Als virtueller Reiseführer macht Aloqa definitiv eine gute Figur – zumindest in technischer Hinsicht. Die Intention, Ortsfremden so umfangreich wie möglich mit Informationen auszuhelfen, durchzieht die App wie ein roter Faden: viele Funktionen, viele Nachschlagemöglichkeiten, eine unfassbare Anzahl an Orte. Denn selbst im kleinsten Kaff des bayerischen Hinterlandes verliert Aloqa nicht die Orientierung. Abstürze oder ähnliches gab es während des Tests nicht zu vermelden, die App lief auf die volle Distanz wie eine eins.
Dennoch hakt es hier und da: So spuckt die App zwar nahe gelegene Restaurants oder Bars mitsamt Entfernungsangabe aus, doch was nützt das, wenn die aufgeführten Locations längst den Namen gewechselt, umgezogen oder geschlossen sind – oder auf dem Weg eigentlich um ein Vielfaches Empfehlenswertere lägen? Eben. Üppigere, aktuellere Datenbanken, das wär’s.
Als Testgerät kam ein HTC Legend zum Einsatz. Aloqa ist kostenlos und kann im Android Market heruntergeladen werden.
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Auf dem Galaxy S stürzt das Programm regelmäßig ab. Die Reaktion sind langsam und die Daten dahinter mehr als dünn. Da ist "In der Nähe" von Google um Klassen besser
Kommentar by Henry Stümer — 28. August 2010 @ 14:09
Den Kino channel gab es bis vor kurzem noch… frag mich wo der hin ist…
Kommentar by lappendeluxe — 30. August 2010 @ 15:49