T-Mobile und Vodafone unterstützen mittlerweile das Bezahlen von Apps via Handyrechnung. Ist man dort jedoch Kunde und verwendet ein Gerät mit Custom-Rom oder ohne Branding, ist es Aus mit der bequemen Bezahlweise. Wir zeigen, wie man das so genannte “Micropayment” trotzdem nutzen kann.
Eine der großen Schwäche des Android Markets ist, dass man nur via Kreditkarte bezahlen kann. Diejenigen, die keine Visa-, Master- oder AMEX-Card haben, werden sich wohl keine zulegen, um eine App für 79 Cent bezahlen zu können.
Abhilfe schafft das sogenannte “micropayment”: das Bezahlen von Apps mit der Mobilfunkrechnung. Jedoch funktioniert das nur im Vodafone oder T-Mobile Netz und einem gebrandeten Smartphone dieser Anbieter.
Wenn man aber Vodafone- oder T-Mobile-Kunde ist und ein Smartphone besitzt, auf dem keine Firmware dieser Provider hat (sei es durch eine Custom-ROM, flashen auf ICS oder einfach als ungebrandetes Gerät gekauft), funktioniert es nur, wenn man dieses Tutorial kennt.
Die Stock-Firmwares dieser Anbieter enthalten kleine Zusätze in Systemdateien, die der jeweiligen Umgebung (Browser, Market, App etc) mitteilen,
- um welches Telefon es sich handelt,
- welchen Softwarestand es hat,
- von welchem Anbieter und
- aus welchem Land
es stammt.
Dadurch ergeben sich zwei Möglichkeiten: Entweder flasht man nun die letzte aktuelle Firmware des Providers, über den man bezahlen kann und möchte, oder man schreibt die Datein im eigenen Betriebsystem so um, dass die Systeme “ausgetrickst” werden.
Vorbereitung
Das Smartphone muss gerootet sein. Es muss ein Datei-Explorer installiert sein (z.B. ES Dateiexplorer)
Umschreiben des Carrier-Brandings
Um zu verhindern, dass man das Betriebsystem wieder neu installieren muss, sollte man alle Dateien, die man ändert, vorher kopieren und sichern!!!
Ans Werk! Mittels Dateiexplorer navigieren wir in die Betriebsystemverwaltung.
Die Angaben zum Carrier (Anbieter) und die Länderkennung können sich in zwei Dateien verbergen. Eine davon sieht man am unteren Rand unseres Screenshots: default.prop.
Mittels eines Texteditors (in ES Dateiexplorer enthalten) wird die Datei geöffnet und nach folgender Angabe durchsucht:
- ro.com.google.clientidbase=
Hier müssen nun die Werte für Euren Anbieter eingetragen werden:
- Vodafone: ro.com.google.clientidbase=android-vf-de
- T-Mobile: ro.com.google.clientidbase=android-tmobile-de
Sollte die Angabe in default.prop nicht zu finden sein, kann man sie entweder selbst anlegen, oder im Systemordner nach der Datei build.prop suchen. Die Vorgehensweise ist identisch.
Die Firmware-Struktur unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Ein HTC Sensation XL hat eine völlig andere Struktur als ein Samsung Galaxy Note. Aus diesem Grund muss man beide Dateien prüfen, um mittels Handyrechnung im Market shoppen zu können.
Aber: Die in diesem Tutorial beschriebene Vorgehensweise lässt sich im Grunde bei allen Android-Smartphone anwenden, wie beispielsweise:
- HTC Sensation (XL und XE), Desire HD, Wildfire
- Samsung Galaxy S, S2, Note und Nexus
- LG Optimus Speed, Black und 3D
Viel Spaß beim Shoppen!
Disclaimer: Wer an der Firmware seines Smartphones Veränderungen vornimmt, verliert die Garantie für sein Gerät und riskiert, es im schlimmsten Falle unbrauchbar zu machen. Alle in diesem Root-Tutorial aufgeführten Schritte geschehen deshalb auf eigene Gefahr! Androidapptests.com übernimmt keine Haftung für eine fehlerhafte Installation.
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