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Wer kennt die Situation nicht: Da möchte man per Handybrowser ein wenig auf seiner Lieblingswebseite surfen, aber statt einer schicken Homepage gibt’s nur Kuddelmuddel. Das Design ist total verzerrt, Videos werden nicht abgespielt, von weiteren Flashinhalten, Java, Quicktime oder Silverlight-Applikationen ganz zu schweigen. Und selbst wenn eine mobile, abgespeckte Variante vorhanden ist, bietet diese oft nur Zugriff auf die allernötigsten Inhalte.
Der Browser Skyfire verspricht Abhilfe. Zumindest unter Usern von Windows Mobile und Symbian hat sich der Handy-Browser als Geheimtipp herumgesprochen, um auch im Kleinen ein Surf-Feeling wie am heimischen Rechner aufkommen zu lassen. Ob die erste Skyfire-Variante, die nun als Betaversion für den Androiden (unter der irreführenden Nummerierung 2.0.) veröffentlicht wurde, an ihre frühe Erfolge anknüpfen kann und auch für den kleinen Roboter neue Surfmaßstäbe setzt, erfahrt ihr in diesem Test.
Machen wir uns nichts vor: Selbst unter der Haube eines modernen Android-Mobiltelefons schlägt nun mal nicht das starke Prozessorherz eines Desktop-Rechners. Um dieses Manko auszugleichen, trickst Skyfire und spielt sozusagen mit Bande. Bislang sah das so aus: Um Ressourcen auf dem kleinen Gerät zu sparen, zeigte der Client Webseiten nicht direkt an, sondern ließ sie zunächst über einen Proxy-Server laufen. Dort sorgte ein klassischer Firefox dafür, dass die gewünschten Seiten zuerst gerendert und schließlich als Bilder zurück an den Client gesendet wurden – ein ähnliches Konzept verfolgt bereits der Opera Mini. In der Theorie wird dadurch gewährleistet, dass praktisch alle Inhalte, die auf klassischen Internetbrowsern dargestellt werden, auch auf dem kleinen Bildschirm laufen – und das im Idealfall auch noch in durchaus zügiger Geschwindigkeit.
Stählerner Skyfire
Skyfire für den Android (ab Version 1.5) variiert dieses Prinzip – und bringt sich zumindest um einen ureigenen Vorteil: Der neue Skyfire bietet eben keine Proxy-beschleunigte Anzeige von Webseiten mehr wie man es noch von den Vorgängerversionen für Windows Mobile und Symbian gewohnt war. Stattdessen beruht die Betaversion vollständig auf der Rendering-Engine WebKit und hat mit seinen gleichnamigen Vorgängerversionen nur noch wenig zu tun: Ein Schritt, den die Entwickler bewusst gegangen sind, um in Zukunft auch auf dem iPhone zugelassen zu werden. Tatsächlich ist der neue Skyfire praktisch eine Neu- bzw. eine Weiterentwicklung des Android-Webbrowsers Steel, dessen Entwicklerfirma kolbysoft man sich kurzerhand einverleibt hatte.
Und Video?
Was bleibt ist die Optimierung im Bereich der Videoanzeige, allerdings auch im neuen Gewand: Erkennt der Browser ein nicht-funktionierendes Flash-Video, holt er sich via Proxy-Server Hilfe, um das gewünschte Bewegtbild in HTML-5-Video zu konvertieren und zurück aufs Handy zu streamen. Über die neu entwickelte „Skybar“ am unteren Bildschirmrand kann der User das gewünschte Video aus einer Liste wählen und im Vollbildmodus abspielen.
Das klappt mal recht, mal schlecht: Nicht jedes Video auf einer Seite wird auch als solches erkannt, zuweilen geht ein Browsertab (acht sind möglich) ganz in die Knie. In Zukunft sollen allerdings auch Silverlight-Videos unterstützt werden. Wer auf eine weiterreichende Flash-Kompatibilität hofft, muss ebenfalls (noch) enttäuscht werden: Bislang unterstützt der Android-Skyfire ausschließlich Flash-Videos, keine Spiele oder andere interaktive Flash-Inhalte.
Was auf der Positivliste zu vermerken bleibt, sind die weiteren Features der Skybar: Über die „Explore“-Funktion analysiert Skyfire den Content einer Seite, die gerade betrachtet wird, und liefert mittels Youtube, Twitter oder Digg themenrelevante Videos, Trends, Bilder und Tweets. Mittels Share-Button lassen sich die Lieblingswebseiten über einen Klick mit der Außenwelt teilen, entweder als Tweet, über Facebook und Gmail – oder ganz klassisch per SMS. Und wer möchte, kann sich eine Seite nun doch – falls vorhanden – in der mobilen Variante ansehen.
Fazit:
Der neue Skyfire für Android hat mit seinen Namensvettern für Windows Mobile und Symbian nicht mehr viel zu tun. Praktisch handelt es sich „nur“ um aufgemotze Browservariante mit der HTML-Darstellungsbibliothek Webkit. Die zusätzlichen Videofunktionen wissen aber durchaus zu gefallen. Sofern in der endgültigen Variante noch ein wenig an der Stabilität geschraubt und die Video-erkennungsrate verbessert wird, bietet Skyfire durchaus eine Alternative zum Opera Browser.
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