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Selbst Nörgler werden zugeben müssen: Ein Delphin eignet sich hervorragend als Namensgeber für einen Browser. Wenn er einen dann tatsächlich so zuverlässig durch das Internet begleitet wie der Dolphin Browser HD, umso besser. Mit seinem Gesten-Manager verfügt die App über ein echtes Alleinstellungsmerkmal, das Design dürfte dagegen ruhig noch mal überarbeitet werden.
Optik/Übersicht
Grün und Grau dominieren das Startfenster des Dolphin-Browsers. Sind die Tabreiter in Grün gehalten, bestimmt Grau die Navigationsleiste, in der neben dem Adressfeld mit dem Home- und Anhalten-Button nur zwei weitere Funktionen implementiert sind. Richtig aufgeräumt wirkt die Startansicht dennoch nicht. Das Auge surft halt immer mit: Vor allem der dunkle Grauton sorgt für unnötige visuelle Schwere. Über die Homepage des Entwicklers können alternative Themes heruntergeladen werden, die das Grün wahlweise gegen Orange oder Blau austauschen. Das Grau bleibt.
Navigation
Hinsichtlich der Navigation beschränkt sich die App in ihrem Hauptfenster auf das Nötigste. Adressfeld, eine Verknüpfung zur Startseite und die Möglichkeit zum Anhalten des Ladevorgangs, das war’s auch schon.
Dafür wartet der Browser mit einem ganz besonderen Gimmick auf. Über Menü => Einstellungen => Gesture Settings können eigene Gesten als Shortcuts gespeichert werden. Nach einem Tab auf den Gesten-Button im in der linken unteren Displayecke, lässt sich zum Beispiel festlegen, dass ein mit dem Finger gezeichnetes N direkt zu einer bestimmten Homepage führt. Ein tolles Feature, das während des Tests auf ganzer Linie überzeugt. Allzu kryptische Eingaben mag das Programm jedoch nicht. Zooming ist mit einem Finger oder via Multitouch möglich.
Beim Surfen wird die Navigationsleiste automatisch ausgeblendet. Sie erscheint nach einem Druck auf die Menütaste wieder. Toolbar und Favoriten sind bequem über das Display erreichbar. Ein Wisch vom rechten Displayrand aus blendet die Toolbar ein, ein Wisch von links klappt ein Fenster mit Lesezeichen, Verlauf und eine Aufstellung der meistbesuchten Seiten aus. Letztere ermöglicht über den Button „Fenster“ auch das Öffnen eines neuen Tabs. Alle Funktionen können zusätzlich über die Menütaste angewählt werden.
Geschwindigkeit
Für den Aufbau der Androidapptests-Seite benötigt der Dolphin-Browser rund 15 Sekunden. Ein im Vergleich sehr gutes Ergebnis, leider ist er beim zweiten Mal fast 35 Sekunden langsamer. Via Status Bar wird der Nutzer über den Ladefortschritt auf dem Laufenden gehalten. Im Regelfall zeigt die App direkt die für mobile Endgeräte optimierte Version einer Seite an. Klappt das nicht, kann im Hauptmenü auf Mobile View umgeschaltet werden.
Suchanfragen
Auf der Suche nach einer bestimmten Information ist es ein echtes Ärgernis, wenn man sich durch die riesigen Infoberge umfangreicherer Homepages wühlen muss. Auch der Dolphin Browser HD stellt dem User deswegen natürlich eine Suche zur Verfügung, die im Hauptmenü unter Mehr => Auf Seite suchen gestartet werden kann. Das gesuchte Wort hinterlegt die App zur besseren Übersicht mit grüner Farbe. Bequem, einfach und tadellos.
Verlauf/Lesezeichen
Soll ein Lesezeichen angelegt werden, genügen ein Wisch und zwei Taps. Ein Wisch von links klappt das Favoritenfenster auf, nach dem Tap auf den Edit-Button wird das Lesezeichen mit einem weiteren Tap auf „Lesezeichen hinzufügen“ gespeichert. Wie auch die Navigationsleiste beschränkt sich das Favoritenfenster auf die notwendigsten Funktionalitäten – und ist doch seltsam unübersichtlich geraten. Natürlich: Wer das Prinzip einmal durchschaut hat, stellt sich schnell darauf ein.
Sicherheit/Datenschutz
Datenschutz ist erste Userpflicht in den digitalen Weiten des WWW. Zum Schutz persönlicher Daten gibt auch der Dolphin Browser HD dem Nutzer einige Möglichkeiten zur Hand. Leider verbirgt er sie recht gut in den Tiefen der App-Einstellungen. Unter Menü => Mehr => Einstellungen => System Settings => Datenschutzeinstellungen lassen sich aber alle notwendigen Häkchen setzen, um Cache, Verlauf, Cookies, Passwörter, Standortzugriff oder Formulardaten zu löschen – Optionen, die allerdings ruhig prominenter platziert sein dürften. Als einziger Browser fragt die App beim Schließen automatisch, ob Cache und Verlauf gelöscht werden sollen.
Fazit
Nach Anlaufschwierigkeiten und Überwindung einiger Hürden vermag der Dolphin Browser HD zu überzeugen. Opera Mini 5 beta, Steel und xScope waren beim Test schneller. Klar ist auch: Für sein Design gewinnt die App keinen Schönheitspreis. Trotz der Konzentration auf die nötigsten Funktionen kommt die App keineswegs so luftig-leicht daher wie sie könnte. Ein Gefühl, dass einen während des Tests einige Male beschleicht. Gelungen ist dagegen die technische Umsetzung. Überflüssige Knöpfe und Buttons wurden konsequent vermieden. Vor allem der Gesten-Manager sticht dabei hervor. Insgesamt ein solider und zuverlässiger Browser ohne Macken. Abstürze gab es während des Tests keine.
Als Testgerät kam ein HTC Legend zum Einsatz.
Zu den weiteren Browser-Tests:
- Skyfire
- Steel
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