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Google Maps Navigation

Am: 11. Juni 2010 um: 11:52 von: Benedikt Niederschmid
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Und so gehts »
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4 von 5 Sternen
App-Version 4.2.0
OS-Version ab 1.6
App-Größe 3,81 MB
Preis Kostenlos

Anfang Juni 2010 hatte das Warten ein Ende. Nach Monaten voller Querelen und Verhandlungen hat Google seinen Dienst Google Maps Navigation auch für den D-A-CH-Bereich frei geschaltet. Sprich: In Deutschland, Österreich und der Schweiz steht Besitzern von Android-Smartphones ab sofort ein kostenloses Navigationssystem zur Verfügung. Und trotz aller Bedenken am Informationshunger von Google „Datenkrake“ Inc.: Die Applikation funktioniert einfach prächtig. Bis man sie allerdings zum Laufen bekommt, kann ein wenig Zeit vergehen.

Voraussetzungen

Bevor man in den Genuss aller Leistungen und Features von Googles Navi kommt, sind nämlich ein paar Vorbereitungen vonnöten. Nach einem Check der Android-Version -  unterstützt wird die Anwendung ab Android 1.6 (Donut) -  muss Google Maps über den Android Market aktualisiert werden. Gegenwärtig steht dort Version 4.2 zum Herunterladen bereit.

Mit den Apps „TTS Extended“ (Text-to-speech) und „Sprachsuche“ finden sich zwei weitere wichtige Kompenenten im Android Market. Erstere ermöglicht die Ansage einer Route, nach ihr fragt das System automatisiert während der ersten Routensuche. Anhand der Sprachsuche kann ein Ziel verbal eingegeben werden, das gefährliche Tippen am Steuer entfällt damit. Letzter Schritt: das Anwerfen der GPS-Ortung. Dann kann es losgehen.

Der Start der App ist auf zwei Arten möglich. Zum einen über den Routenplaner von Google Maps: Nach Festlegung des Ziels und der Errechnung der Route, wirft das Programm neben der Option „Auf der Karte anzeigen“ auch die Schaltfläche „Navigieren“ aus. Ein Tap auf sie – und die gesuchte Route wird im Navigationssystem geladen. Aber auch über „Alle Programme“ kann der Zugriff auf die App erfolgen. Nach dem Google-Maps-Update erscheint hier automatisch ein Icon, das direkt zum Startfenster des Navis führt.

Funktionsumfang

Kinkerlitzchen haben sich die Entwickler fast gänzlich gespart. Das Startfenster dient folgerichtig ausschließlich der Zielauswahl. So kann das Ziel sowohl per Stimmerkennung gesucht als auch manuell eingegeben werden. Synchronisiert man seine gespeicherten Kontakte mit Google Maps Navigation, erfordert die Berechnung von Routen zu Freunden oder Kollegen nur wenige Taps. Zudem finden sich die zuletzt angesteuerten Ziele in Listenform im Startfenster.

Die Sprachsuche arbeitete während des Tests einwandfrei, benötigte allerdings deutlich gesprochene Angaben. Die Stichworte „Bonner Straße, Köln“ verarbeitete das Programm problemlos. Nuscheln oder schwere regionale Dialekte verzieh die App dagegen nicht.

Wie von anderen Navigationsgeräten gewohnt, erfolgt die Darstellung der Route über Karten. Angefangen beim Standort, lädt sich die App das im Verlauf der Strecke benötigte Kartenmaterial sukzessive online herunter. Einmal vorhandene Karten stehen jedoch auch offline zur Verfügung, das heißt die Navigation ist auch nach dem Abreißen der Internetverbindung für einige Zeit möglich.

In der Praxis beeindruckte die App mit viel Sensibilität für Richtungsänderungen. Selbst wenn man zu Fuß nur wenige Schritte in die falsche Straße einbog, errechnete die Anwendung binnen kürzester Zeit eine Streckenalternative. Ansagen erfolgten rechtzeitig und verständlich, klangen aber selbstredend nicht wie zärtlich ins Ohr gehaucht, sondern mechanisch und etwas blechern. Ihren Gebrauchswert schmälerte das in keiner Weise. Doch soviel Komfort frisst ordentlich Ressourcen: Schon nach knapp 20 Minuten war die verfügbare Akkuleistung um 20 Prozent gesunken. Für längere Autofahrten ist ein Radio mit USB-Anschluss deshalb offenbar Pflicht.

Weitere Funktionen sind über die Menü-Taste erreichbar. Im Einzelnen stehen folgende Punkte zur Auswahl:

•    Suchen
•    Routeninformationen
•    Ebenen
•    Ton aus
•    Navigation beenden
•    Mehr

Unter Routeninformationen finden sich Angaben zu Distanzen und veranschlagter Zeit, den Straßennummern, eine Karte zum Streckenverlauf und die Option, sich die Strecke klassisch wie im Routenplaner darstellen zu lassen. Außerdem gesellt sich die Anweisung, bei einer Route Autobahnen oder mautpflichtige Straßen auszuschließen oder Umleitungen und Streckenalternativen anzuzeigen, hinzu. Streckenalternativen werden ebenfalls mit Distanz und Zeitprognose ausgegeben.

Interessant ist die Möglichkeit, das Kartenmaterial einer Route mit verschiedenen Ebenen zu versehen. Auf diese Weise lassen sich Parkmöglichkeiten, Tankstellen, Geldautomaten oder Restaurants in Standortnähe recherchieren. Verwendet man zum Beispiel die Ebene „Restaurants“, zeigt die App nahe gelegene Lokale in der Navigationskarte an. Imbissbuden spart sie allerdings aus. Tankstellen, Parkplätze oder Restaurants ließen sich während des Tests leicht ermitteln. In Streik trat die App allerdings bei der Anzeige von Geldautomaten und Bankfilialen.

Bedienbarkeit

Nach leichten Anlaufschwierigkeiten stellte die Bedienung des Navigationssystems kein Problem mehr dar. Im Gegenteil: Wie bei Google üblich, kann man sich auch Maps Navigation zum größten Teil intuitiv erschließen.

Fazit

Hat man die ersten Schwierigkeiten erst einmal überwunden, alle Apps herunter geladen oder aktualisiert, darf der Nutzer sich tatsächlich ein vollwertiges Navigationssystem freuen. Technische Probleme traten während des Tests nicht auf, die Anwendung lief einwandfrei, stabil und zuverlässig. Sieht man von kleinen Macken wie dem hohen Stromverbrauch oder der fehlenden Nuschelunterstützung bei der Sprachsuche ab, ist die App zweifellos ein großer Wurf.

Als Testgerät kam ein HTC Legend zum Einsatz. Die App ist kostenlos und kann über den Smartphone-Browser im Android Market herunter geladen werden.

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