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Google Sky Map

Am: 19. April 2010 um: 10:11 von: Alex Dragon
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4 von 5 Sternen
App-Version 1.5.1
OS-Version 1.5
App-Größe 1,46 MB
Preis Kostenlos

Google Sky Map: Planetarium für die Westentasche

Die Szene ist aus fast jedem mehr oder minderguten US-Highschool-Movie bekannt: Ein junges Pärchen ist gerade frisch dem hektischen Trubel des Abschlussballs entflohen. Im offenen Chevy betrachten beide den Sternenhimmel… “Schau mal, da vorne ist Venus”, erklärt der junge Fahrer seiner Freundin, “Die griechische Göttin der Liebe…” Die volle Romantik-Breitseite lässt ihre letzten Mauern dahin schmelzen. Kurze Zeit später: der Kuss – dann eine pietätvolle Abblende.

Was im Film so hervorragend funktioniert, hapert in der Realität oft schon an der praktischen Umsetzung: Wer weiß heutzutage schon genau, wo genau welches Sternbild, geschweige denn welcher Stern, am dunklen Nachthimmel steht?

Mit der App “Google Sky Map” liefern die Google-Laboratorien ein Planetarium für die Westentasche. Ab jetzt lässt sich das Weltall ganz bequem von der Erde aus erkunden – und vielleicht sogar das eine oder andere Herz zum Schmelzen bringen…

Funktion

Ganz ähnlich wie sein irdischer Bruder “Google Maps” liefert “Google Sky Map” Kartenmaterial – allerdings extraterrestrisches. Die App nutzt GPS-Sensor, Kompass und Sensoren des Mobiltelefons, um die exakte Position und Blickrichtung zu bestimmen.

So muss der geneigte User nur noch das das Handy in den Nachthimmel halten – schon leuchtet auf dem Bildschirm das passende Objekt auf. Die App unterstützt sowohl Sterne und Planeten als auch komplette Sternkonstellationen und die so genannten “Messier Objekte”, 110 astronomische Objekte wie Galaxien, Nebel und Sternhaufen, die im 18. Jahrhundert vom Astronomen Charles Messier zusammen getragen wurden. Die unterschiedlichen Objekte liegen in der Karte auf verschiedenen Ebenen und lassen sich wunschgemäß ein- oder ausblenden. Ebenso verfügbar ist ein Nachtsicht-Modus, eine augenfreundlichere Rot-auf-Schwarz-Darstellung der Sternenkarten.

Usability

Die Zeichnung des virtuellen Abbilds auf dem Handybildschirm verläuft fließend und ohne große Nachladezeiten.  Sky Map hat nur solche Objekte in seiner Datenbank implementiert, die auch tatsächlich von der Erde aus sichtbar sind, immerhin 6.000 bis 9.000 Sterne. So kommt die Sternendatenbank mit schlanken 60 Kilobyte aus. Nachteil des Ganzen: Auf Augmented Reality-Funktionen, also interessante Zusatzinformationen wie der Verweis auf Lexika-Einträge oder Trivia über die jeweiligen Sichtungserfolge, muss (noch) verzichtet werden.

Darüber hinweg tröstet die in “Sky Map” eingebaute Suchfunktion: Über eine Maske wird zunächst der Name des gewünschten Objekts, sei es ein Planet, ein Stern oder ein Sternbild, eingegeben. Auf dem Bildschirm erscheint nun ein großer Pfeil, der den User in Richtung des gesuchten Objekts führt.  Nähert man sich dem Ziel, wechselt die Pfeilfarbe erst von Blau zu Rot und umkreist dann den gewünschten Stern oder Planeten.

Praktisch ist die Funktion, zu jeder Zeit in den manuellen Modus wechseln zu können, also mit dem Finger über den Sternenhimmel zu browsen. Da sich der Kartenausschnitt von “Sky Map” am eingebauten Kompass orientiert und mit jeder Richtungsbewegung des Handys ändert, kann ein gefundenes Sternbild auf diese Weise für längere Zeit “eingefroren” werden. So kann der User einen bestimmten Kartenausschnitt beispielsweise auch im Sitzen unter die Lupe nehmen – ohne dass gleich der eigene Arm lahm werden muss.

“Sky Map” funktioniert übrigens selbst dann, wenn der Himmel bewölkt ist: Da die App auf ihre lokale Datenbank zurückgreift und Sternenpositionen mathematisch berechnet, ist sie nicht auf  tatsächliche Sichtbarkeit oder gar eine kostenpflichtige Internet-Verbindung angewiesen.

Alternativen

“Google Sky Map” ist (für den Moment) ein Android-exklusives App. Allerdings liegt für das iPhone eine vergleichbare, kostenpflichtige Alternative vor, “Distant Suns 2″. Deren Vorteil: Ihre verbesserten Augmented Reality-Funktionen. (5,49 Euro)

Fazit

Zugegeben – ganz neu ist die Idee einer digitalen Sternenkarte nicht: Praktisch seit Beginn des Heimcomputerzeitalters erkunden die Menschen den Sternenhimmel per PC. Doch erst losgelöst von den Zwängen der eigenen vier Wände, mitten in der freien Natur, macht die Live-Suche von Sternen und Sternbildern so richtig Spaß.

Sehr wünschenswert wäre es allerdings, würde Google die AR-Funktionen weiter ausbauen: Mit zusätzlichen Lexika-Informationen, Trivia-Fakten oder gar Gedichten und Horoskopen ließe sich an dieser Stelle noch einiges verbessern.

Preis: kostenfrei im Android Market.

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