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Leider bleibt der Babelfisch vorerst ein geniales Hirngespinst. Real ist dagegen bekanntlich Googles Übersetzungsservice, der babylonisches Sprachengewirr ebenfalls zuverlässig zu entwirren vermag. Inzwischen gibt es den Übersetzer auch als App. Im Test haben wir seinen Sprachfähigkeiten etwas genauer auf den Zahn gefühlt – und anschließend den Hut gezogen: In technischer Hinsicht erledigt der Google Übersetzer seine Aufgaben optimal. Seine Verwendung ist aber genau genommen nur dort wirklich sinnvoll, wo während des Gebrauchs teure Roaming-Gebühren anfielen.
Voraussetzungen
Um alle Vorzüge des Übersetzers nutzen zu können, empfiehlt sich wie auch bei Google Maps Navigation die Installation zweier Zusatzapps. Zum einen sollte die „Sprachsuche“ installiert sein, mit der sich zu übersetzende Worte oder Sätze einfach per Sprachaufnahme eingeben lassen.
Automatisch fragt der Übersetzer außerdem nach der App „SpeechSynthesis Data“. Die Anwendung eröffnet ihm die Möglichkeit, Texte verbal und in verschiedenen Sprachen auszugeben. Allerdings beherrscht sie nicht beliebig viele Sprachen. Spanisch, Deutsch, Englisch, Französisch und sogar Finnisch sind kein Problem, bei Thailändisch oder Hindi muss sich der User beim Selbervorlesen auf sein Sprachgefühl verlassen.
Funktionsumfang
Zugriff auf die entscheidenden Funktionen hat der Nutzer direkt auf dem Homescreen – allerdings erst, nachdem man ellenlange Lizenz- und Datenschutzbestimmungen abgenickt hat. Wie bei Google üblich, präsentiert sich die App als (fast) designfreie Zone. Unter dem Eingabefeld finden sich die Sprachauswahl und ein Übersetzen-Button, mit dem die Übersetzung angefordert wird.
Ein Mikro-Symbol im Eingabefeld ermöglicht das Einsprechen des zu übersetzenden Textes. Den betont sauber intonierten Satz „Pudelmützen in der Öffentlichkeit sind untragbar“ verstand der Übersetzer bravourös. Deutlichkeit ist definitiv ein Muss. Wer die Sprachsuche mit heißen Kartoffeln im Mund benutzt, wird hinterher aber zumindest etwas zu lachen haben. Aus dem Testsatz wurde im entsprechenden Fall: „Volumen Zylinder lichtatmung tragbar“. Tja.
Über 50 Sprachen
Sprachnerds wissen: Es gibt über 6500 aktiv gesprochene Sprachen auf der Welt, von denen jedoch rund die Hälfte vom Aussterben bedroht ist. Da kapitulieren auch die Google-Eintwickler, stellen dem User aber immerhin über 50 der geläufigsten Sprachen der Welt zur Wahl. Das EU-Gebiet ist dabei fast völlig abgedeckt. Weltweit haben Global Player wie Chinesisch oder Hindi ebenso Eingang gefunden wie weniger verbreitete Sprachen wie Haitianisch, Hebräisch, Suaheli oder Tagalog von den Philippinen. Im Einzelnen hat der Übersetzer folgende Sprachen an Bord:
• Afrikaans
• Albanisch
• Arabisch
• Bulgarisch
• Chinesisch
• Dänisch
• Deutsch
• Englisch
• Estnisch
• Finnisch
• Französisch
• Galizisch
• Griechisch
• Haitianisch
• Hebräisch
• Hindi
• Indonesisch
• Irisch
• Isländisch
• Italienisch
• Japanisch
• Jiddisch
• Katalanisch
• Koreanisch
• Kroatisch
• Lettisch
• Litauisch
• Malaysisch
• Maltesisch
• Mazedonisch
• Niederländisch
• Norwegisch
• Persisch
• Polnisch
• Portugiesisch
• Rumänisch
• Russisch
• Schwedisch
• Serbisch
• Slowakisch
• Slowenisch
• Spanisch
• Suaheli
• Tagalog
• Thailändisch
• Tschechisch
• Türkisch
• Ukrainisch
• Ungarisch
• Vietnamesisch
• Walisisch
• Weißrussisch
Über die Menütaste gelangt zu zwei weiteren Funktionen. Es besteht die Möglichkeit, SMS übersetzen zu lassen. Eine Funktion, die im Test prächtig funktioniert. Zum anderen können weitere Einstellungen vorgenommen werden, unter anderem die Aktivierung des bisweilen praktischen Wörterbuchs oder die Freischaltung der Google-Suggest-Funktion.
Das Ergebnis wirft der Google Übersetzer in einem großen weißen Feld unterhalb der Navigationselemente aus. Sprachen mit eigenen Schriftzeichen werden in lateinischer Umschrift angezeigt. Eine Anzeige in Lautschrift sucht man jedoch vergebens. Unbedingt nötig ist das aber ohnehin nicht: Nach einem Tap auf den Lautsprecher-Button im Ergebnisfeld liest eine Stimme die Übersetzung vor – blechern, künstlich und mit erstaunlich guter Aussprache.
Keine Google-App ohne Web 2.0-Anbindung: Für das Versenden via Facebook, Friendstream, Google Mail, SMS oder Peep sind nur wenige Taps vonnöten. Klappt intuitiv und problemlos beim ersten Versuch.
Lückenlose Dokumentation aller Anfragen
Um eine lückenlose Dokumentation seiner Aktivitäten muss sich bei Google bekanntlich niemand sorgen. Entsprechend stellt der Google Übersetzer mittels einer chronologischen Sammlung aller App-Anfragen einen praktischen Schnellzugriff auf bereits ausgeführte Übersetzungen sicher. Zur Markierung besonders wichtiger Anfragen steht dabei ein Stern-Button zur Verfügung. Markierte Übersetzungen werden dann unter einem eigenen Reiter dargestellt. Weitere Sortiermöglichkeiten hält die Menütaste bereit:
• a-z sortiern
• Filter
• Alle markieren
• Alle Markierungen entfernen
• Alle entfernen
Bedienbarkeit
Sind alle notwendigen Apps installiert, bietet der Google Übersetzer ein durchweg komfortables Dolmetschvergnügen. Alle Programmkomponenten erschließen sich intuitiv oder nach kurzem Herumprobieren. Abstürze gab es während des Tests ebenso wenig zu vermelden wie haarsträubende Unkorrektheiten.
Fazit
Beim Umgang mit dem Übersetzer schadet ein wenig Erfahrung mit Google-Produkten sicher nicht. Aber auch Einsteigern sollte der Umgang mit Google Übersetzer nicht schwer fallen. Meist entsprechen die übersetzten Resultate den orthografischen und grammatikalischen Realitäten. Hier kommt allerdings auch der Nutzer ins Spiel. Ungenaue Eingaben bestraft die App mit ungenauen Ergebnissen. Wobei sich das selbstredend nur bei Sprachen überprüfen lässt, von denen man zumindest mal die Grundlagen überflogen hat. Ob „yksinkertaisesti“ im Finnischen tatsächlich „einfach“ bedeutet? Mmh.
Da sie auf die Google-Datenbanken zugreifen muss, ist die App während des Benutzens allerdings auf eine aktive Netzverbindung angewiesen. Im Ausland käme dem User ihre Dauernutzung deshalb vermutlich teuer zu stehen. Insgesamt aber: Daumen hoch!
Als Testgerät kam ein HTC Legend zum Einsatz. Google Übersetzer ist kostenlos und kann im Android Market heruntergeladen werden.
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Alles gut
Kommentar by surasak wattanapongsai — 18. November 2010 @ 20:32