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Google umwirbt Hersteller mit Charmeoffensive: “Android bleibt freie Software, keine Sonderrolle für Motorola”

Am: 08. November 2011 um: 11:03 von: Benedikt Niederschmid

Bleibt Android eine freie Software? Google versucht derzeit, die Hersteller zu beruhigen. Auf einer Tour durch Asien nahm Eric Schmidt Stellung zur Android-Zukunft.

Nach Googles Ankündigung, sich Motorola für 12,5 Milliarden US-Dollar einverleiben zu wollen, legten sich Sorgenfalten auf die Stirne vieler Hersteller. Ihre Angst: Android war als freie Software gestartet. Was, wenn Google künftig seinen Vorteil nutzt und die eigenen Geräte bei der Auslieferung neuer Updates bevorzugt? Samsung und HTC liebäugeln angeblich bereits mit Alternativen – zumal beide wegen ihrer Android-Produkte derzeit aufwändige Patentstreitigkeiten mit Apple austragen.

Natürlich ließe sich das auch als taktisches Manöver deuten, mit dem Druck auf Google ausgeübt werden soll. Doch offenbar ließ sich Google auch bei der Entwicklung von Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) nur wenig über die Schulter gucken und erregte damit erneut den Unmut einiger Hersteller, die ihre Aufmerksamkeit daraufhin laut digitimes zuletzt verstärkt auf Windows 8 richteten.

Android 4.0 (Ice Cream Sandwich): Logo

Android 4.0 (Ice Cream Sandwich): Logo

Um eine Abwanderung zu verhindern, sieht sich Google derzeit offenbar gezwungen, die Hersteller mit einer Charmeoffensive zu umwerben. So bot der Suchgigant unlängst Asus an, dessen neues Tablet Transformer Prime, das zunächst mit Android 3.2 (Honeycomb) auf den Markt kommen sollte, schon früher als geplant mit Android 4.0 (Ice Cream Sandwich) auszurüsten.

Google-Vorstand Eric Schmidt wird zudem derzeit in seiner Rolle als Cheflobbyist in den internationalen Chefetagen vorstellig, um zu betonen, dass Android ein freies System bleiben und Motorola keine Sonderrolle bekommen solle. Wie der britische Guardian berichtet, diktierte er in Südkorea Reportern folgendes in die Feder: “In general, with all of our partners, we told them that the Motorola deal will close and we will run it sufficiently and independently, that it will not violate the openness of Android … we’re not going to change in any material way the way we operate.”

Zusätzlich kommentierte er Fragen nach Auszügen aus der kürzlich publizierten Biographie von Steve Jobs – nicht. Zu diesem Thema wolle man grundsätzlich nicht Stellung nehmen, ließ Schmidt wissen: “I’ve decided not to comment on what’s been written in a book after his death. Steve is a fantastic human being and someone who I miss very dearly. As a general comment, I think most people would agree that Google is a great innovator and I would also point out that the Android effort started before the iPhone effort.”

Jobs hatte Android in seiner posthum erschienen Biografie als “gestohlenes Produkt” bezeichnet und angekündigt, im Kampf gegen Android bis zum Äußersten gehen zu wollen:  “I’m willing to go to thermonuclear war on this.”

Ein hübsches Detail am Rande: In einem Gespräch mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak kündigte er auf einen YouTube-Kanal an, der ausschließlich koreanische Pop-Musik featuren solle. Erst kürzlich war bekannt geworden, dass Google seine Videoplattform mit neuen Kanälen und exklusivem Content aufwerten will. So ist u.a. in Kooperation mit Disney eine Videoserie in Planung.

Android 4.0 (Ice Cream Sandwich)

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