HTC Hero

Am 28. Mai 2010 von Alex Dragon

Ein Blick auf den HTC Hero macht deutlich: Beim Nachfolgemodell des Magic hat HTC noch einmal deutlich an der Usability geschraubt. Freilich: weiterhin werkelt ein Android-Betriebssystem unter der Haube, allerdings von HTC mit einer neuen Benutzeroberfläche – Sense – versehen. Sieben Homescreens bringen Ordnung auf das Handy und lassen sich mit individualisierbaren Widgets versehen.

Design

Harte, eckige Kanten und weiche, runde Übergänge: Das HTC wagt einen Mix aus femininen und maskulinen Designelementen, der in seiner Formensprache zu überzeugen weiß. Die markante, abgeknickte Unterseite des Hero erinnert schnell an einen alten Bekannten, das G1 von T-Mobile. Mit einer Breite von nur 15 Millimetern liegt es jedoch dünner und ein wenig leichter in der Hand als der Android-Urahn. Zuzuschreiben ist dieser Gewichtsvorteil nicht zuletzt HTCs Entscheidung beim Hero auf eine aufschiebbare QWERTZ-Tastatur zu verzichten. Dieses Modell verlässt sich voll und ganz auf sein Touchscreen-Keyboard, was für gelegentliche Kurznachrichten auch völlig ausreicht. Wer allerdings des Öfteren lange Mails verschickt oder gar ganze Romane auf seinem Mobiltelefon verfassen möchte, für denjenigen ist das Hero freilich nur mindergut geeignet.

Touchscreen

Apropos Touchscreen (3,2 Zoll Größe und 320 x 480 Pixel Auflösung). Der ist kapazitiv, wird also mit dem Finger(ballen) bedient und Multitouch-fähig. Besonders beim Vergrößern von Bildern oder Webseiten ist dieses Feature äußerst praktisch: Wie schon vom iPhone bekannt, werden zum Vergrößern oder Verkleinern zwei Finger aufeinander zu oder voneinander weg bewegt. Wer sich allerdings an eine Bedienung mit Fingernagel oder Stylus gewöhnt hat, muss umdenken – oder benutzt den eingebauten Trackball. Um einem verschmierten Bildschirm vorzubeugen, ist der Screen des Hero zusätzlich mit einer Fett abweisenden Schicht überzogen. Eine nette Funktion, die erst vor direkter Sonneneinstrahlung kapitulieren muss.

Telefon

Obwohl das Design des Hero bewusst an alte Telefonhörermodelle erinnert, hat das HTC ansonsten nicht mehr viel mit einem Analogmodell klassischer Bauart am Hut: Mit 288MB RAM und einer CPU mit 528 Mhz schlägt ein spritziges Herz unter der Haube, die sicherstellt, dass sich der Hero nur noch selten eine kleine Gedenksekunde gönnt. Vom G1 war man noch anderes gewohnt.
Als Quadband-Gerät mit HSDPA-Unterstützung ist das Hero nahezu überall auf der Welt einsetzbar. Dank HSUPA profitiert man gleichzeitig von einer schnellen Uploadgeschwindigkeit. Besonders praktisch, wenn man gerne Bilder und Videos verschickt. Die werden mit maximal 2 Mbit/s ins Netz geladen. Wie es dem heutigen Standard entspricht, wurden sowohl ein G-Sensor als auch GPS verbaut. Leider ist – neben Google Maps – keine vollwertige Navigationssoftware installiert. Dazu muss erst im Android Market gestöbert werden.

Musik

Für Musikfreunde macht das HTC vieles richtig und einiges falsch: Positiv hervorzuheben ist der Lautsprecher auf der Rückseite des Gerätes (leider etwas bassschwach) sowie die Möglichkeit, über einen 3,5mm –Klinkenanschluss eigene Köpfhörer anzuschließen. Und zwar ohne einen nervigen Adapter dazwischen zu stecken. Auf ein integriertes FM-Radio hat HTC unverständlicherweise verzichtet. Abhilfe bieten zwar Internetradios, die ohne Daten-Flat jedoch schwarze Löcher in die Geldbörsen reißen.

Internet

Aber mal ehrlich: Wer sich ein Hero ohne Flat zulegt, hat selbst Schuld. Schließlich reden wir hier von einem Google-optimierten Handy, das einfach darauf ausgelegt ist, sich mit dem Netz auszutauschen – sei es, um Kalender- und Adressbucheinträge abzugleichen oder E-Mails und IM-Nachrichten per Push-Funktion direkt auf den Schirm zu laden. Kontakt mit Papa Google (und dem Rest des WWW) kann das HTC Hero sowohl über Bluetooth (2.0) samt A2DP als auch über WLAN und USB 2.0 aufnehmen.
Mit der Darstellung von Flash-Anwendungen schlägt sich das neue Hero recht wacker – zumindest deutlich besser als seine Vorgänger – vom iPhone ganz zu schweigen. Der Browser bietet zwar das bis Flash 7 (oder Flash 9, hier widersprechen sich die Quellen) kompatible Flash Mobile an, man sollte aber nicht zuviel erwarten. Wer sein Handy hauptsächlich zum Browsen im Netz benötigt und dabei häufig auf Seiten unterwegs ist, die neueste Flash-Technologien nutzen, sei an dieser Stelle gewarnt.

Kamera

Natürlich gibt es auch Wehmutstropfen: Mit 5 Megapixeln zählt die integrierte Kamera sicherlich nicht zu den Auflösungschampions. Das allein wäre ja noch zu verschmerzen, würde neben einer irgendwie gearteten Beleuchtungsmöglichkeit (Blitz/Xenonlicht) nicht auch ein externer Auslöseknopf fehlen. Für Schnappschüsse ist der Hero dadurch völlig ungeeignet.

Fazit

Das Hero gehört zweifellos zu den besten bisher veröffentlichten Google-Handys. Ein ansprechendes Design verbindet sich mit guter Usability und die Implementierung vom Flash holt das Internet endlich so auf das Smartphone wie wir es uns wünschen.


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