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Unter den Desktop-Browsern hat sich Opera im Lauf der Jahre dank origineller Innovationen und starkem Design eine stabile Anwendergemeinde erarbeiten können. Auch auf den App-Boom reagierten die Norweger schnell. Mit Opera Mini 5 beta gelang ihnen eine prima Surfhilfe, die vor allem auf Übersichtlichkeit und Schnelligkeit ausgelegt ist.
Optik/Übersicht
Bereits kurz nach dem Start wird klar: Zumindest vom Design her legt der Opera-Browser den Maßstab hoch. Die Benutzeroberfläche der Anwendung ist optisch eine Wucht und ziemlich übersichtlich strukturiert. Obere Grenze bildet eine Leiste im typischen Opera-Rot. Auf ihr erscheint in weißer Schrift der volle Titel der aufgerufenen Homepage. Direkt darunter findet sich die Adressleiste, neben ihr ist sogar noch für eine Google-Suchbox Platz. Auf einer grauen Steuerleiste am unteren Displayrand haben die Entwickler Icons für die gängigsten Befehle und die Einstellungen untergebracht. Ganz ehrlich? Übersichtlicher geht es kaum.
Navigation
Übersichtlichkeit bedeutet nicht automatisch Benutzerfreundlichkeit. Doch mit der mobilen Version ihres Browsers gelingt es den Opera-Entwicklern, beides zu vereinen. Problemlos kann man sich das Programm intuitiv erschließen.
Weiterer Pluspunkt: Die Menütaste dient nur dazu, das Adressfeld ein- oder auszublenden, die Bedienung des Browsers erfolgt ausschließlich über das Display. Über die fünf Icons auf der unteren Steuerleiste gelangt man eine Seite vor oder zurück, außerdem können eine Seite neu geladen oder ein neues Fenster geöffnet werden. Hinter dem fünften Icon verbergen sich die weiterführende Funktionen und Einstellungen. Im Einzelnen sind das:
- Bookmarks
- History
- Start Page
- Saved Pages
- Downloads
- Settings
- Find In Page
- Help
Eine kleine Schwäche offenbart das Programm beim Zoomen. Mit einem zweimaligen Tap vergrößert bzw. verkleinert man die Ansicht einer Page. Multitouch beherrscht der Browser nicht. An dieser Stelle erweist sich die Möglichkeit zur Anpassung der Schriftgröße als wertvolles Feature.
In den „Settings“ wird festgelegt, ob Bilder oder die mobile Versionen der aufgerufenen Webseiten geladen werden sollen. Zudem hat der Nutzer die Möglichkeit, die Schriftgröße zu verändern und die Bildqualität festzulegen. Auch die Einstellungen zum Datenschutz, die Downloadhistory und die Suchfunktion finden sich hier.
Geschwindigkeit
Auch in Sachen Geschwindigkeit hat Opera die Nase ganz weit vorn. Acht Sekunden benötigte die App, um die mobile Version von Androidapptests zu laden. Beim zweiten Versuch war der Browser noch schneller: Nach sechs Sekunden war die Seite vollständig abgerufen. Der Geschwindigkeit liegt ein technischer Kniff der Norweger zugrunde. Im Rahmen des sogenannten Small Screen Renderings komprimiert Opera die aufgerufenen Seiten vor der Ausgabe auf einem hauseigenen Proxy-Server.
Auf diese Weise sollen auch Besitzer von Smartphones mit wenig Rechenleistung in den Genuss schnellen Internetsurfens kommen. Weil durch die Komprimierung außerdem erhebliche Datenvolumina eingespart werden, fallen zudem geringere Kosten an. Das Prinzip funktioniert – und zwar ausgezeichnet. Dennoch hat es einen Haken: Während des Renderings greift die App teilweise die Struktur von Seiten ein und spuckt sie unter Umständen falsch dargestellt wieder aus. Während des Tests spielte das jedoch keine Rolle.
Suchanfragen
Zur Suchfunktion gelangt man über das Hauptmenü. Nach einem Tab auf den „Find in Page“-Button erscheint automatisch die QWERTZ-Tastatur des Smartphones. Schon während des Eintippens beginnt das Programm mit dem Suchen. Findet es das entsprechende Wort, springt die App direkt zur entsprechenden Stelle auf der Seite und hinterlegt den Begriff grün. Funzt ohne Probleme.
Leider lässt die Funktion immer nur das nächstgelegene Suchergebnis zu, auch wenn sich ein Suchbegriff unter Umständen mehrmals auf einer Seite befindet. Um also alle passenden Beiträge herauszufinden, müssen entsprechend viele Suchanfragen gestellt werden. Scrollt man die Seite im Anschluss einer Suche hinunter, verschwindet zudem die grüne Markierung. Insgesamt ist das ziemlich unkomfortabel und beispielsweise bei Skyfire und Steel besser gelöst.
Lesezeichen/Verlauf
Um ein Lesezeichen zu setzen, genügen vier Taps, um eines zu löschen, kommt man mit der gleichen Anzahl aus. „Start Page“ führt einen zurück zur Startseite, mit „Saved Pages“ können Seiten gespeichert und damit auch offline verfügbar gemacht werden. Unter History lässt sich der Surfverlauf anhand der Parameter „Today“ und „Older“ nachverfolgen.
Videos & Downloads
Da erst Android 2.2 eine volle Flashunterstützung bietet, geht Opera bei Videos erwartungsgemäß in die Knie. Heißt: Die Wiedergabe von Videos ist nicht möglich – anders als im Skyfire oder Steel Browser. Als mühsam erwies sich der Datei-Download. Das Herunterladen von The Gossips „Standing In The Way Of Control“ auf Tonspion.de begann langsam, wurde dann lahm und stockte schließlich ganz, als der Song etwa zur Hälfte gespeichert war. Wie sich die Funktion in einem WLAN-Hotspot verhält, konnte im Rahmen des Tests nicht überprüft werden.
Sicherheit/Datenschutz
Jeder Smartphone-Nutzer sollte auf ein Mindestmaß an Datenschutz achten. Unter Einstellungen => Settings => Privacy lassen sich beim Opera Mini die entsprechenden Einstellungen vornehmen. Positiv fällt auf, dass der Browser sich standardmäßig weder Passwörter merkt noch Cookies akzeptiert. Beide Häkchen muss der Nutzer bewusst setzen. Gespeicherte Passwörter, Cookies oder den Surfverlauf können problemlos mit zwei Taps wieder gelöscht werden. Die Möglichkeit, Formulardaten zu löschen, bietet die App allerdings nicht.
Fazit
Für alle, die im Netz schnell etwas nachschlagen wollen, stellt Opera Mini 5 beta eine sehr gute Wahl dar. Die Optik stimmt, die Umsetzung des Programms ist wirklich gelungen – und schneller als Opera war im Test kein anderer Browser. Allein wegen seiner Schnelligkeit ist Opera deshalb als reiner Surfbrowser sicherlich erste Wahl. Aufgrund des Renderings muss allerdings manchmal mit der fehlerhaften Darstellung einer Seite gerechnet werden. Nicht gut kam die Suchfunktion an. Zwar funktioniert sie, wirkt aber unausgereift. Enttäuschend auch der Download: Auch beim zweiten Versuch wollte er nicht gelingen. Eine schnelle WLAN-Verbindung könnte hier Abhilfe schaffen.
Als Testgerät kam ein HTC Legend zum Einsatz.
Zu den weiteren Browser-Tests:
- Skyfire
- Steel
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