Wie Florian Müller, Gründer der NoSoftwarePatents-Kampagne, in seinem Blog behautpet, sollen die Android-Entwickler bei der Programmierung der Versionen 2.2 und 2.3 bei Java zugegriffen und Teile des Codes via Copy-Paste in die eigene Arbeit kopiert haben. Müller hatte laut Heise den Android-Code genauer unter die Lupe genommen und sechs seiner Meinung nach kopierte Dateien gefunden. 37 weitere seien zumindest verdächtig.
Inzwischen klinkte sich Java-Experte Ed Burnett via zdnet in die Diskussion ein und wiegelte Müllers Erkenntnisse als schlicht unwahr ab. Zwar sei der fragliche Code bei Android eingesetzt worden – jedoch nur zu Testzwecken, in Dateien, die Google längst wieder entfernt habe. Auf verkauften Geräten fände sich der Code nicht.
Im Zuge der Übernahme des Java-Labors Sun vor einem Jahr erwarb Oracle gleichzeitig alle Rechte an Java. Im August 2010 verklagte das Unternehmen Google mit dem Vorwurf, bei der Android-Entwicklung Oracles Patentrechte gebrochen zu haben. Gibt ein Gericht Oracle recht, könnte die Firma für jedes Smartphione mit Android OS Lizenzgebühren einstreichen.
Klagen und Gegenklagen gehören allerdings bekanntermaßen zum Tagesgeschäft der Branche. Übersichten aller anhängigen Verfahren treiben Laien zuverlässig Tränen in die Augen – vor Lachen. Patentanwälte dürfen sich dagegen über ihre weise Berufswahl freuen. Einen relativ aktuellen Überblick über die aktuell laufenden Patentrechts-Auseinandersetzungen bietet untenstehendes Diagramm.

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