Dass die vielgerühmte Freiheit in den USA seit dem 11. September 2001 ihre Grenzen hat, ist bekannt. Wegen eines neuen US-Gesetzesvorhabens droht jetzt eine weitere drastische Einschränkung der Bewegungs- und Handlungsfreiheit im Internet. Google, Facebook, Amazon und Co. denken deshalb aus Protest über eine vorübergehende Abschaltung ihrer Dienste nach.
Das Gesetzesvorhaben, mit dem das Internet von Piraterie und illegaler Verbreitung von Inhalten reingewaschen werden soll, heißt SOPA (soap wäre noch passender). Hinter dem Kürzel verbirgt sich der “Stop Online Piracy Act”. Im Fadenkreuz ist die unberechtigte Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte.
Das Gesetzesvorhaben sieht vor, dass Webseiten, die Urheberrechte verletzen oder eine Urheberrechtsverletzung begünstigen, in Zukunft einfach und rigoros blockiert werden können. Das Ganze ist
eine heikle Angelegenheit mit festgefahrenen Positionen: Befürworter betonen den Schutz geistigen Eigentums und der damit verbundenen Unternehmen und Jobs. Kritiker hingegen sehen in dem Gesetz ein Mittel zur weitreichenden und willkürlichen Zensur, das außerdem mit dem Grundrecht zur Meinungsäußerung im Konflikt stehe. (Für mehr Details siehe Wikipedia).
Mittlerweile befinden sich auf der Seite der Kritiker so prominente Unternehmen wie Facebook, Google, Yahoo und Amazon. Auch ehemalige Unterstützer wie Sony, Nintendo oder Electronic Arts haben sich mittlerweile von SOPA distanziert. Um ihrer Position Gehör zu verschaffen, denken die großen Internet-Player mittlerweile ernsthaft über einen Blackout, also die vorübergehende Abschaltung ihrer Dienste nach. Das berichtet mobiflip unter Verweis auf einen Eintrag von cnet, der bereits Ende letzten Monats erschienen war.
Wie es bei SOPA weitergeht und ob das Gesetz auch außerhalb der USA Auswirkungen haben könnte , wird sich zeigen. Mashable hat eine Infografik zu diesem spannenden Thema angelegt, die auch einen weiteren wichtigen Aspekt der Debatte betont: Das Gesetz ist nicht nur zensurverdächtig, sondern könnte auch bei manchen Internetunternehmen zu massiven Umsatzeinbußen führen.
| Zur Foto-Galerie |


Ich frage mich, wieviele Arbeitsplätze diese "Online Piraterie" bisher tatsächlich gekostet hat und wieviele Arbeitsplätze das Gesetz dann kosten wird (…weil wahrscheinlich bei jedem serieösen Dienstleister auch irgendwelche Verletzungen festgestellt werden, worauf er dann den Laden dicht machen oder eine dicke Strafe zahlen muss).
Kommentar by Mirco Ropic — 3. Januar 2012 @ 12:00
[...] Facebook und Amazon denken über einen “kollektiven Blackout” nach, mit dem sie gegen das Gesetz protestieren könnten. Italiens Wikipdia hatte dieses [...]
Pingback by SOPA: monströses Gesetzesvorhaben der Urheberrechtslobby droht auch Europa — 8. Januar 2012 @ 11:47