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Auch wenn Steel-Entwickler Kolbysoft im Februar 2010 von Skyfire geschluckt wurde, geistert Steel noch immer als eine der populärsten Alternativen zum Default-Browser der Android-Smartphones durch den Android Market. Warum, wird schnell klar: Vor allem sein minimalistisches Design überzeugt beim Test, aber auch hinsichtlich seiner Geschwindigkeit und Funktionalitäten erweist sich die App als höchst surferfreundlich.
Optik/Übersicht
Den Startbildschirm des Steel Browsers dürfte so manchen verwirren: Er ist komplett weiß, nicht das kleinste farbige Pixel gibt es zu sehen. Mit einer Ausnahme: In der rechten unteren Ecke des Displays findet sich ein grauer Viertelkreis. Er dient als Kontakt zu Adressleiste und Toolbar.
Sofort fällt das minimalistische Design des Steel Browsers ins Auge. Um auf den kleinen Displays mobiler Endgeräte soviel Platz wie möglich zu sparen, haben sich die Entwickler auf das Nötigste beschränkt. Ähnlich wie die Skyfire-App überlässt auch Steel Buntheit lieber den aufgerufenen Webseiten. Adressleiste und Toolbar am oberen bzw. unteren Bildschirmrand präsentieren sich in hellem Grau, die Tool-Symbole sind dagegen in Dunkelgrau gehalten.
Das schlank-sparsame Design des UI ist natürlich Geschmackssache. Doch eine Erkenntnis scheinen die Steel-Macher verinnerlicht zu haben: Ein Browser stellt lediglich das Vehikel dar, mit dem man sich durch das Netz bewegt, ein technisches Hilfsmittel also, das sich nicht aufdrängt und den Großteil seiner Arbeit im Hintergrund erledigt. Eine Erkenntnis, die einen Gutteil des Steel-Charmes ausmacht.
Navigation
Nach dem Empfang durch den standardmäßig eingestellten weißen Startbildschirm lassen sich Adressfeld und Toolbar über ein Tab auf den eingangs beschriebenen Viertelkreis einblenden. Sie bieten die wichtigsten Funktionen für alle, die nur surfen wollen: Auf der Toolbar finden sich Vor-, Zurück- und Anhalten-Button, ein Icon zum Öffnen eines neuen Fensters sowie ein Favoritensymbol, das einen direkten Zugriff auf die Lesezeichenliste gewährt.
Ohne die Menütaste kommt die Anwendung allerdings nicht aus. Seiten- und Browsereinstellungen können über sie vorgenommen, Lesezeichen eingerichtet, die Textsuche aktiviert oder URLs in die sozialen Netzwerke eingespeist werden. Im Einzelnen handelt es sich um folgende Optionen:
- Find
- Select
- Bookmark
- Share
- Shortcut
- Downloads
- Settings
- Help
Als exzellent umgesetzt stellt sich das Browsen mit mehreren aktiven Fenstern heraus. Zwar gibt es keine Tabreiter, anhand derer man schnell zwischen den Fenstern wechseln könnte, dennoch ist der Weg zu alternativen Tabs weder lang noch steinig. Nach dem Einblenden von Adressfeld und Toolbar genügt eine Berührung des „Neues Fenster“-Symbols, um zunächst zu einer verkleinerten Darstellung aller geöffneten Fenster zu gelangen. Ein weiterer Tap langt dann zur Aktivierung des gewünschten oder zum Öffnen eines neuen Fensters.
Multitouch unterstützt der Steel Browser nicht, das Heranzoomen ist zum einen via Double Tap möglich. Zum anderen wird, wenn der Finger länger auf dem Display ruht, ein Steuermenü für das Zooming eingeblendet. Über die Browser Settings lässt sich zudem ein Zoomgrad angeben, in dem die App die Seiten laden soll. Auf diese Weise kann man Netzinhalte direkt lesefreundlich auswerfen lassen, ohne sich beim Lesen die Augen zu brechen.
Geschwindigkeit
Im Geschwindigkeitstest schnitt der Steel Browser exzellent ab. Neun Sekunden waren vonnöten, um die mobile Version von Androidapptests.com aufzurufen. Beim zweiten Versuch dauerte der Ladevorgang zwar vier Sekunden länger, im Schnitt hat Steel im Vergleich zum ähnlich fixen xScope-Browser dennoch die Nase vorn und landet in der Konkurrenz aller getesteten Programme hinter Opera mini 5 beta auf dem zweiten Platz.
Lesezeichen/History
Als äußerst praktisch erweist sich das Feature, direkt vom Homescreen aus auf die gespeicherten Lesezeichen zugreifen zu können. Nach einem Tap auf das entsprechende Symbol in der Toolbar wird die Favoritenliste eingeblendet. Die Einrichtung eines Lesezeichens ist ähnlich simpel. Über Menü => Bookmark => Add können die Lieblingswebseiten schnell und unkompliziert gespeichert werden. Um sie zu editieren oder zu löschen, lässt man den Finger einfach auf dem zu bearbeitenden Eintrag ruhen, bis ein neues Auswahlmenü aufpoppt.
Besonderheit: Zur besseren Übersichtlichkeit ist es möglich, einzelne Lesezeichen thematischen Schlagworten zuzuordnen. Die Tags können beim Speichern der Adresse angegeben werden. Als einziger Browser im Test stellt Steel allerdings keine Verlaufs- bzw. Historyfunktion zur Verfügung.
Textsuche
Zur Recherchezwecken eignet sich der Steel Browser ausgezeichnet. Die integrierte Textsuche ist bestens dafür geeignet, um Webseiten schnell nach gesuchten Stichworten zu durchforsten. Der Zugriff erfolgt über Menü => Find. Es erscheint ein Eingabefeld im oberen Bildschirmrand, die Eingabe erfolgt über die virtuelle Tastatur des Telefons. Alle Resultate unterlegt das Programm grün, wie auch beim Skyfire Browser ermöglichen Pfeiltasten das Springen von einem Fundort zum nächsten. Funzt exzellent.
Downloads & Videos
Videos spielte der Steel Browser ebenso verpixelt wie zackig und problemlos ab. Genau genommen bewältigte kein anderer Browser die Wiedergabe so schnell wie das Kolbysoft-Produkt. Leider schmierte es nach dem dritten Clip ab und musste neu gestartet werden. Einen MP3-Download wusste Steel durch geschicktes Linkignorieren zu vereiteln. Kurz: Während des Tests ließ die App einen auch nach mehreren Versuchen nicht einmal in die Nähe einer Saugverknüpfung. Fettes Minus.
Datenschutz
Persönliche Daten, quasi ja so etwas wie die Kronjuwelen des Users, befinden sich beim Steel Browser in ziemlich guten Händen. Erreichbar über die Browser Settings hält die App bequeme Buttons zum Löschen von Cache, Formulardaten, Passwörtern, History und Cookies bereit. Standardmäßig werden Cookies akzeptiert. Wer das nicht möchte, muss das entsprechende Häkchen entfernen. Falls gewünscht, löscht Steel den Cache beim Beenden des Programms automatisch.
Fazit
Schlank und übersichtlich: Die Benutzeroberfläche des Steel Browsers ist optimal auf die kleinen Smartphone-Displays ausgerichtet. Obwohl sie alle notwendigen Funktionalitäten bietet, hält sie sich optisch angenehm im Hintergrund. Überzeugend sind auch Navigation, Lesezeichenverwaltung oder die Textsuche geraten, deren Bedienung sich ohne Probleme intuitiv erschließen lässt. Zudem überzeugte das Programm als zweitschnellster Browser im Test. Hätte auch der MP3-Download geklappt, gäbe es tatsächlich nichts zu nörgeln. Hat er aber nicht.
Als Testgerät kam ein HTC Legend zum Einsatz.
Zu den weiteren Browser-Tests:
- Skyfire
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